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Gedenken an Betti Hartmann (19.2.1927 - 31.8.1942)

Nach der Begrüßung durch Felix Oekentorp, Vorsitzender des Kuratoriums Stelen der Erinnerung stellte Felix Lipski, Präsident des Clubs "Stern der Holocaust-Überlebenden“ das Leben von Betti Hartmann und ihrer Famlilie vor. Dann sprach Christoph Nitsch, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums Stelen der Erinnerung e.V.:

Liebe antifaschistischen Freundinnen und Freunde, liebe Wattenscheider und Bochumer Bürgerinnen und Bürger,

wie in jedem Jahr gedenken wir auch heute wieder des Todestages von Betti Hartmann, die im Alter von erst 15 Jahren von den deutschen Faschisten in Auschwitz ermordet wurde,

Wir gedenken ihrer stellvertretend für 6 Millionen jüdischer Menschen, die dem mörderischen Antisemitismus der Faschisten und ihrer Helfer zum Opfer fielen. Dieser Antisemitismus endete keineswegs mit dem Ende des 2.Weltkriegs. Im Gegenteil: Dieser mörderische Antisemitismus ist heute wieder sehr stark und präsent inmitten unserer Gesellschaft. Es ist eine Schande, dass vor wenigen Tagen in Köln ein junger Mann wegen Tragens einer Kippa beschimpft und krankenhausreif geschlagen wurde. Dies war nicht der erste Vorfall dieser Art.

Es ist ebenfalls eine Schande, dass auf deutschen Schulhöfen, von vielen Kindern, das Wort "Jude" ständig und wiederkehrend als Schimpfwort gebraucht wird. Auch die antisemitischen Schmähungen von DemonstrationsteilnehmerInnen gegen jüdische Menschen sind nicht hinnehmbar und aufs Schärfste zu verurteilen.

Besonders widerwärtig ist auch das Treiben des vormaligen veganen Spitzenkochs Attila Hildmann. Er sieht sich selbst als Reinkarnation Adolf Hitlers und hetzt, da er in Deutschland wegen Volksverhetzung gesucht wird, mittlerweile von der Türkei aus in den sozialen Medien gegen die Bundesrepublik und jüdische Menschen, Seine Phantastereien von einer jüdischen Weltverschwörung erinnern dabei stark an die längst als Fälschung enttarnten "Protokolle der Weisen von Zion",

Doch jetzt empfiehlt es sich auch besonders darauf zu achten, wie es die zu den Bundestagswahlen zugelassenen Parteien mit dem Antisemitismus halten. Die Ausrichtung der Hardcore - Nazipartei "Der III.Weg" ist hinreichend bekannt, dennoch ist nicht damit zu rechnen, dass sie mehr als ein paar provokante Aktionen auf regionaler Ebene zu Stande bringen wird. Auch über die Gesinnung der ältesten, deutschen neofaschistischen Partei, der NPD, besteht kein Zweifel. Der Antisemitismus gehört praktisch zum Markenkern dieser Partei, was die NPD mal wieder deutlich machte, als einige ihrer Funktionäre gemeinsam zur diesjährigen Kommunalwahl in Hessen mit dem verurteilten Holocaustleugner Nikolai Nerling aka "Der Volkslehrer“ posierten.

Einen genaueren Blick gilt es allerdings auch auf die AfD zu werfen. Zwar gibt sich diese Partei in ihrer Verlautbarung bewusst israelfreundlich, doch ansonsten hat sie eine Menge erklärter Antisemitinnen und Antisemiten in ihren Reihen. Zwar wurde Dr. Wolfgang Gedeon wegen seiner antisemitischen Schriften und Äußerungen aus der AfD ausgeschlossen, doch der für ähnliche Äußerung und Publikation aus der CDU ausgeschlossene Martin Hohmann, sitzt jetzt für die AfD im Bundestag.

Auch der Herauswurf des offen rechtsextremen Andreas Kalbitz und die formale Auflösung des "Flügels" waren wohl mehr der Außenwirkung der AfD, statt einer Abgrenzung von Rassismus und Antisemitismus geschuldet. So kandidiert z.B. auf der NRW-Landesliste für den Bundestag auf aussichtsreichem Posten der Jurist Matthias Helfrich, der sich in sozialen Medien​ als "das freundliche Gesicht des NS“ bezeichnet und sich bester Kontakte zur Neonaziszene in Dortmund- Dorstfeld rühmt. In Gegenwart und Vergangenheit können und konnten diverse Verbindungen von AfD-Funktionären in die rechtsextreme Szene nachgewiesen werden und unzählige rassistische und antisemitische Aussagen sind belegt. Eine solche Partei wie die AfD ist somit für ein demokratischen Parlament untragbar!

Wir als "Stelen der Erinnerung" sind Teil des Bündnisses "Bundestag nazifrei". Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich an der Bundestagswahl zu beteiligen und demokratische Parteien zu wählen.

Keine Stimme den geistigen Brandstiftern von III.Weg, NPD und AfD.

Nie wieder Faschismus.

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